Forschung: Schwerpunkt Soziologie
Empirische Prüfung und Weiterentwicklung soziologischer Theorien mittlerer Reichweite
Es gibt in der soziologischen Forschung seit einigen Jahren eine Debatte über das Verhältnis von Theorie und Empirie. Hierbei geht es zum einen um die Frage, was unter „Theorie“ bzw. „guter Theorie“ zu verstehen ist und welchen Stellenwert empirische Untersuchungen bei der Weiter-entwicklung und Prüfung von Theorien haben sollen. Zum anderen geht es um die Qualitätssicherung in der soziologischen Forschung. Auch im Bereich der quantitativ-empirischen Wissenschaftsforschung wird diese Debatte mit Fokus auf „Theorien mittlerer Reichweite“ geführt. Theorien mittlerer Reichweite im Sinne des Soziologen Robert K. Merton sind eine Voraussetzung für graduell-kumulativen Wissensfortschritt in der empirisch-analytischen soziologischen Forschung. Diesbezüglich ist argumentiert worden, dass es Theorien mittlerer Reichweite gibt, die noch keiner empirischen Prüfung unterzogen wurden. Anstelle fortwährend neue Theorien zu formulieren, sollten vorhandene Theorien anhand konkreter Beispiele näher empirisch untersucht und auf diese Weise konsolidiert und weiterentwickelt werden. Im Folgenden wird erläutert, welche soziologischen Theorien mittlerer Reichweite in der Arbeitsgruppe von Prof. Thomas Heinze empirisch geprüft bzw. zur analytischen Strukturierung empirischer Fragestellungen genutzt werden. Wichtig sind hierbei auch Dissertations-projekte des DFG-finanzierten Graduiertenkollegs „Transformationen von Wissenschaft und Technik seit 1800: Themen, Prozesse, Institutionen“.
1.1 Professionstheorie und -soziologie
1.2 Organisationstheorie und -soziologie
1.3 Graduelle Transformationen aus historisch-soziologischer Perspektive
Institutionelle Kontextfaktoren für leistungsfähige Forschungsorganisationen
Bahnbrechende Forschungsleistungen sind selten und ungleich über Forschungseinrichtungen und Länder verteilt. Zudem sind nationale Forschungssysteme institutionell stratifiziert, das heißt in einen Kernbereich von Eliteinstitutionen und einen Randbereich aller anderen Forschungseinrichtungen gegliedert. Den Zusammenhang zwischen globaler Spitzenforschung und institutioneller Stratifikation haben die Soziologen Joseph Ben-David und Rogers Hollingsworth am Beispiel der Biomedizin untersucht. An diese Arbeiten schließt die Arbeitsgruppe von Prof. Thomas Heinze mit konkreten Drittmittel- und Dissertationsprojekten an, auch im Rahmen des DFG-finanzierten Graduiertenkollegs „Transformationen von Wissenschaft und Technik seit 1800: Themen, Prozesse, Institutionen“. Ein wichtiger Teil dieser Arbeiten besteht darin, hochqualitative Repositorien aufzubauen und der Forschungsgemeinschaft zur Verfügung zu stellen. Hierzu zählt ein Datensatz mit allen Nobel-preisträgern und ihren Karrierestationen, ein Repositorium zu allen verfügbaren Nominatoren und Nominierten des Nobelpreises und ein Repositorium zur Entwicklung der Fächerstrukturen staatlicher Universitäten in Deutschland. Die durchgeführten empirischen Analysen beziehen sich auf soziolo-gische Theorien mittlerer Reichweite.
2.1 Die Vereinigten Staaten als globales Zentrum der Wissenschaft
2.2 Beharrungsfaktoren und Leistungsdefizite im deutschen Universitätssystem
2.3 Prestige-Stratifikation im deutschen Universitätssystem